Auslandsberichterstattung im
Ausnahmezustand ?
Was und wie berichten
Journalisten noch über Krisen und Kriege?
mit den Auslandsexpertinnen und
-experten:
Stephanie Doetzer
Ehem. Redakteurin Al Jazeera,
Qatar
Christoph Maria Fröhder
freier Fernsehjournalist und
Krisenreporter
Astrid Frohloff
Vorstand Reporter ohne Grenzen
Matthias Gebauer
Chefreporter ?Spiegel Online?
Susanne Koelbl
Krisenreporterin ?Der
Spiegel?
Julian Reichelt
Kriegsreporter ?Bild?
Prof. Dr. Stephan Weichert
Macromedia Hochschule für
Medien und Kommunikation (MHMK),
Ko-Autor der Studie ?Die
Vorkämpfer?
Moderation: Prof. Dr.
Thomas Leif
Chefreporter Fernsehen SWR
Mainz, Vorsitzender Netzwerk Recherche e.V. (www.2plusleif.de)
am Dienstag, den 25. Januar
2011
um 19 Uhr
in die Landesvertretung
Rheinland-Pfalz
In den Ministergärten 6
10117 Berlin
Anmeldungen bitte an:
veranstaltungen@lv.rlp.de
Wer diktiert die politische
Themen-Agenda in Krisenzeiten? Welche Auswahl- und Relevanzkriterien
haben Chefredakteure bei der Platzierung von Auslandsthemen? Laufen
Enthüllungsportale wie Wikileaks der Auslandsberichterstattung den
Rang ab? Wie nutzen Krisenreporter Blogs, Twitter und Social Networks
für ihre Arbeit? Welche Auswirkungen haben glamouröse Reisen in
Kriegsgebiete auf die öffentliche Wahrnehmung? Was ist authentisch,
was reine Kriegs-PR? Wie können professionelle
Nachrichtenredaktionen auf den Wandel und die Bedrohung der
Krisenberichterstattung reagieren?
Jahrzehntelang war der
Journalismus in Zeiten von Krisen, Terror und Kriegen unersetzlich:
Aktuell-verlässlicher Nachrichtenfluss, kompetente Analysen,
geschliffene Kommentare ? im Idealfall lieferten Journalisten eine
hohe Orientierungsdichte für ein verunsichertes, uninformiertes
Publikum. Die Praxis-Kritik der Korrespondenten klingt dagegen wie
ein Dementi der ?alten Zeiten.? Zugleich ist die Auslands- und
Krisenberichterstattung eines der interessantesten, aber am meisten
vernachlässigten Tätigkeitsfelder im Journalismus. Nicht nur
Sparzwänge und Zeitmangel setzen die professionellen
Berichterstatter unter Druck, auch die Konkurrenz durch
para-journalistische Informations-Agenten wächst zusehends: Die
Interpretationsmacht der Geheimdienste, Enthüllungsportale wie
Wikileaks oder vermeintlich unabhängige Blogger aus Krisenregionen
stellen die Deutungshoheit und die Relevanz des Journalismus immer
mehr in Frage. Umso dringender werden verbindliche Richtlinien und
Kodizes für die Medien in Krisen- wie Kriegszeiten gefordert.
Anlässlich der
Buchveröffentlichung
Die Vorkämpfer.
Wie Journalisten über die
Welt im Ausnahmezustand berichten
(25.
Januar 2011, Köln: Herbert von Halem Verlag)
diskutieren erfahrene Reporter und
Redakteure über aktuelle und heikle Probleme der
Krisenberichterstattung, aber auch über deren Wirkung und
Potenziale.
Im Anschluss: Gespräche bei Wein
und Imbiss mit den Diskutanten und Autoren.